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Krankenhaushygiene

Bild Ulla Schilk

Ulla Brüggemann (Hygienfachkraft), Ann-Cathrin Handl (Praktikantin), Ulla Schilk (Leitende Hygienfachkraft) und Kirsten Dolega (Hygienebeauftragte Ärztin, Fachärztin für innere Medizin)


Die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen ist eine sehr wichtige Aufgabe. Im St. Vincenz-Krankenhaus und St.-Laurentius-Stift gibt es eine speziell ausgebildete Hygienefachkräfte, die sich kontinuierlich mit allen anstehenden Fragen zur Krankenhaushygiene beschäftigt. Sie arbeiteten eng mit den Hygienebeauftragten Ärzten/-innen der einzelnen Kliniken und der Krankenhausbetriebsleitung zusammen. Eine Hygienekommission, in der weitere Mitarbeiter aus den verschiedenen Krankenhausbereichen vertreten sind, trifft sich regelmäßig, um über aktuelle Erfordernisse zu beraten.

Die Überwachung der hygienischen Verhältnisse in den Krankenhäusern und die Überprüfung der Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen sind Aufgabe des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Seit der ungarische Arzt Ignaz Semmelweis 1848 nachweisen konnte, dass unzureichende Hygiene für den Tod vieler Neugeborener verantwortlich war, sind die hygienischen Zustände in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen im Blickfeld der Verantwortlichen.

"Die Kunst zu heilen kann viele Leiden lindern, doch schöner ist die Kunst, die es versteht, die Krankheit am Entstehen schon zu hindern",

sagt Max von Pettenkofer. Er ist der Begründer der neuzeitlichen Hygiene und erhielt 1865 in München den weltweit ersten Lehrstuhl für Hygiene.


Die Anforderungen an die Krankenhaushygiene sind zum Beispiel im Bundesseuchengesetz (BSeuchG), Krankenhaushygiene-Verordnungen der Länder und der "Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention" der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts- Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten näher beschrieben.

Qualitäts- und Transparenzsiegel gegen multiresistente Erreger(MRE/MRSA)

Multiresistente Erreger können für jeden zu einer ernsthaften Bedrohung der Gesundheit werden. Um diesen Erregern in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen effektiv zu begegnen, hat der Kreis Recklinghausen ein Netzwerk für den Kampf gegen multiresistente Erreger (MRE) eingerichtet. Für die Teilnahme am Netzwerk und die Umsetzung verbindlicher Qualitätsstandards erhielten auch das St.-Laurentius-Stift und das St. Vincenz-Krankenhaus das Qualitäts- und Transparenzsiegel.

Insgesamt 28 Einrichtungen im Kreis Recklinghausen erhielten das sogenannte MRSA-Siegel (Methicilin-resistenter Staphylococcus aureus). Damit wird das qualifizierte Vorgehen gegen multiresistente Erreger (MRE) ausgezeichnet. Multiresistente Erreger sind – entgegen der allgemeinen Meinung keine „Krankenhauskeime“. Es sind Keime, die in einer bestimmten Risikogruppe häufig anzutreffen sind.

Was sind multiresistente Keime?

Der menschliche Körper ist von Natur aus mit einer Vielzahl von Bakterien besiedelt. Die meisten dieser Bakterien sind für den Menschen unschädlich. Viele Erreger sind sogar nützlich und schützen uns wiederum vor Bakterien die schädlich sein können. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, führen Bakterien schneller zu einer Infektion. Normalerweise lassen sich bakterielle Infektionen gut mit einem Antibiotikum behandeln. Durch den vermehrten Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier in den letzten Jahrzehnten haben sich einige Bakterien verändert. Sie sind gegen fast alle üblichen Antibiotika unempfindlich geworden. Das bezeichnen Fachleute mit multiresistent. Für einen Patienten mit einer Infektion kann die antibiotische Therapie erschwert sein, wenn ein Großteil der Antibiotika den vorliegenden Krankheitserreger nicht ausreichend wirksam bekämpfen können.

Die bekanntesten multiresistenten Bakterien sind:

  • Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)
  • Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)
  • Extended-Spectrum-Betalactamase (ESBL)- Bildner
  • Multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN)

Die Übertragung dieser Keime erfolgt durch direkten Hautkontakt. Am häufigsten über Berührung durch die Hände, aber auch eine Tröpfcheninfektion (sprechen, husten, niesen) ist möglich.
Damit eine Übertragung der Bakterien auf Patienten, Besucher und Personal verhindert wird, gibt es im Krankenhaus strenge Hygienevorgaben. Diese Regeln entsprechen den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes. Dazu gehört auch, Patienten, welche zur stationären Aufnahme kommen, über einen möglichen Kontakt zu den Krankheitserregern zu befragen. Falls notwendig, werden entsprechende Hygienemaßnahmen eingeleitet.

Das St.-Laurentius-Stift Waltrop und das St. Vincenz Krankenhaus Datteln sind zudem dem MRE (Multiresistente Erreger)-Netzwerk Recklinghausen angeschlossen. Durch den Erfahrungsaustausch mit den Fachabteilungen und KollegInnen hoffen wir so, den multiresistenten Keimen effektiv zu begegnen und eine Verbreitung verhindern zu können.

Das „A und O“ im Krankenhaus ist die Einhaltung der Händehygiene. Bitte nutzen Sie die für diesen Zweck installierten Händedesinfektionsspender.
Bei Fragen rund um das Thema „multiresistente Keime“ sprechen Sie gern das Personal des Krankenhauses an.

Kontakt

Hygienebeauftragte Ärztin

Kirsten Dolega
Telefon: 02363 108-3141
k.dolega(at)vck-gmbh.de

Leitende Hygienefachkraft

Ulla Schilk
Telefon: 02363 108-3217
u.schilk(at)vck-gmbh.de

MRSA/MRE-Siegel
Kreis Recklinghausen

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